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Phonics – Was ist das?

Interview der Geschäftsleitung mit Karina Neuburg, Autorin und Kay Berkling, wissenschaftlicher Beraterin.

Armin Zundel:
Hallo Karina, hallo Kay, wir sind heute hier, um ein paar Fragen der Leser zu den Büchern zu beantworten. Danke, dass ihr gekommen seid.

Karina, du schreibst seit einiger Zeit Geschichten für uns.
Dabei richtest du dich nach den Wort-Strukturen, die laut Phontasia in den einzelnen Stufen erlaubt sind. Ist das nicht schwierig?
Wie gehst du da vor, wenn wir uns nur die Geschichten von Level 1-3 ansehen?

Karina Neuburg:
Ja, das ist wirklich nicht einfach.
Besonders die ersten Levels sind hier sehr schwer.
Hier darf ich ja nur Wörter nutzen, die Strukturen haben, wie beispielsweise das Wort “Feder”. Ein Konsonant am Anfang, ein langer Vokal, ein Konsonant in der Mitte und dann eine Reduktionssilbe, wie hier “er”. Demnach kann ich Wörter wie “gehen, sehen, Wiese, Riese, Biene, Maden, .. “ verwenden. Ich kann viele davon auch nur im Plural verwenden, da sie im Singular nicht die Reduktionssilbe haben.

Armin:
Kay, warum ist die Reduktionssilbe so wichtig?

Kay:
Nur mit der 2. Silbe im Anhang, kann man klar hören, wie der gehörte Buchstabe in der Mitte geschrieben wird. Zum Beispiel “der Weg” könnte man genauso gut “Wek” schreiben, weil sich am Ende des Wortes “g” wie “k” anhört.

Armin:
Aber es geht doch hier nur um das Lesen?

Kay:
Lesen und Schreiben sind aber miteinander verbunden. Schreiben ist in Deutsch sehr viel schwieriger als Lesen. Das stimmt. Aber wir wollen die Wortbilder ja festigen, sodass Kinder durch Lesen dieser Bücher auch bessere Schreiber werden, weil sie die Muster beherrschen. Die Bücher bilden also ein Training nicht nur für das Lesen sondern auch das Schreiben.

Armin:
Das trifft doch auf alle Bücher zu?

Kay:
Nein, denn die meisten Bücher achten nicht auf Muster. Es ist auch gar nicht klar, wie in den meisten Büchern Lesestufen definiert sind. Wir trainieren die einfachen Muster mit den Kindern in den Geschichten ein, ehe wir zu komplexeren Mustern im Wort gehen. Dadurch kann das Gehirn Muster generalisieren und strukturieren, ehe komplexere Strukturen auf das Gelernte aufbauen. Wie wichtig dieser Aufbau des Lernens ist, wurde in der Forschung Sprach-übergreifend längst belegt.
Ohne diese Strukturken ist es für Kinder wesentlich schwieriger, die Regelmäßigkeiten zu erkennen.

Armin:
Karina, was halten denn die Kinder von den Geschichten?

Karina:
Wenn man Kindern die Bücher aus den ersten Levels zu lesen gibt, dann ist die Geschichte an sich gar nicht so wichtig. Die Kinder in der 1. Klasse finden es einfach spannend, dass sie ein ganzes Buch fließen lesen und verstehen können.

Kay:
Bemerkenswert ist, dass sie die Geschichte auf den ersten Levels fließend lesen können und gleichzeitig die Inhalte aufnehmen können. Auf höheren Levels, können sie vielleicht lesen, aber können sich selber nicht gleichzeitig zuhören, weil sie mit dem Dekodieren voll beschäftigt sind.

Armin:
Das System funktioniert also?

Kay:
Man müsste eine größere Studie dazu machen. Aber erste Anzeichen zeigen, dass die Kinder die ersten Levels ohne Schwierigkeiten lesen können. Man erkennt ein deutliches Zögern bei Wörtern, die nicht Konform sind.

Karina:
Wenn ich schreibe, erlaube ich immer mal hier und da ein Wort, das nicht wirklich in das Level passt. Manchmal kann man das kaum vermeiden.

Kay:
Die Forschung besagt aber, dass genau so etwas ein “Lernmoment” ist. Demnach sind wenige schwierigere Wörter unter vielen leichten eine gute Vorbereitung auf das nächste Level.

Armin:
Gibt es dazu ein Beispiel?

Karina:
Also in einem der ersten Bücher kommt folgender Text vor.
“Die Hasen liegen da auf der Wiese. Sie liegen ganz ruhig in der Wiese und sehen uns an.” Das Wort “ruhig” durfte ich eigentlich noch gar nicht verwenden. Beim lauten Vorlesen, hört man, wenn ein Kind hier zögert, weil das Wort nicht ins Muster passt.

Armin:
Warum färben wir die Silben in den Büchern nicht ein?

Kay:
Ich zitiere ein Kind, nachdem wir gefragt haben, ob es lieber die Farben in den Silben hätte, damit es einfacher ist: “Ich finde es einfacher ohne die Farben”, ein zweites Kind: “Die Farben lenken ab.”.
Wie der Übergang von gefärbten Silben zu normalen Texten verläuft ist nicht klar. Hierzu gibt es wie so oft leider keine Studien.

Armin:
Was genau ist den jetzt “Phonics”?

Kay:
Phonics kommt aus dem Englischen, wird aber auch in Französisch verwendet. Sprachen, die besonders schwierige Orthographien haben, verwenden einen sehr viel strukturierteren Orthographie-Unterricht als wir. Aber auch im Deutschen ist das nicht so einfach. Ein strukturierteres Vorgehen würde vielen Kindern helfen. Auch bei uns gibt es Kinder, die lange Jahre die Orthographie nicht beherrschen, bis sie die Wörter ca. in der 6. Klasse dann irgendwann mal alle auswendig gelernt haben. Das kann man aber viel früher erreichen, wenn man die Muster verdeutlichen würde. Das macht Phontasia das Spiel ja. Diese Bücher sollen die gleichen Strukturen über Geschichten aufbauen. Über die Strukturen lernen die Kinder auf vorher ungesehene Wörter zu generalisieren. Logischerweise ist diese Strategie viel besser als die des auswendig Lernens.

Armin:
Karina, nachdem du das erste Level gemeistert hast, wie ging es dann weiter?

Karina:
Also am Anfang gab es vor allem Geschichten über “Bienen” auf “Wiesen”. In Level 2-3 ging es dann schon einfacher. Ich durfte auch Wörter wie “Wasser” und “retten” nutzen. Also, nach dem selben Prinzip aus Level 1, nur diesmal mit dem kurzen Vokal. So kam die Geschichte der Ratten, die die Motten aus dem Wasser gerettet haben zustande oder die Geschichte der Robben, die Puppen aus dem Wasser gerettet haben. Danach kam die Geschichte aus der Arktis. Hier konnte ich dann schon etwas mehr von den Mustern abweichen. Das hat Spaß gemacht.

Armin:
Hast du ein Lieblingsbuch, Karina?

Karina:
Nein, nicht wirklich, sie sind alle irgendwie anders. Ich denke, “Die rote Hose” ware die erste Geschichte, die ich versucht habe und die ist so merkwürdig, dass sie vielleicht schon wieder lustig ist. Die Grafik von “Guten Morgen” ist auch richtig lustig. Andere Geschichten begeistern, weil die Bilder so schön sind. Aber die Bilder sind hauptsächlich für die Erwachsenen. Die kleinen LeserInnen brauchen das eigentlich nicht so sehr. Man sagt zwar, dass die Bilder den Text unterstützen sollen, was sie auch tun, aber wenn die Kinder fließend lesen und verstehen, dann ist das nicht mehr so wichtig. Die “Arktis” und “Das tiefe Wasser” waren lustig, weil ich echte naturwissenschaftliche Fakten einbringen konnte, wie zum Beispiel den Geisterhai, der erst letztes Jahr das erste Mal gesichtet wurde. Die Grafiken dazu sind auch sehr schön. Ich überlege, ob wir nicht noch eine Grafik für den Tiefseetintenfisch hinzufügen sollten, der gerade zum ersten Mal beim Essen gefilmt werden konnte….

Armin:
Na, das hört sich ja spannend an. Gut, dass wir “Print-on-deman” haben, damit wir solche “updates” zur Geschichte sofort einfügen können.

Vielen Dank Karina und Kay für diese Unterhaltung.